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Fachmesse Ecostyle

12.06.2015

Tasse aus Kaffee, Bürste aus Reiswurzel

12.06.2015

Junge Designer zeigen auf der Fachmesse Ecostyle nachhaltige Produktideen

Energie sparen, Ressourcen schonen, upcyceln: Es gibt unterschiedliche Ansätze, nachhaltige Produkte zu entwickeln. Das zeigen 15 ausgewählte Talents auf der Ecostyle in Frankfurt am Main. Vom 29. August bis 1. September zeigt die Fachmesse für nachhaltige Konsumgüter Produkte, die hohen Ansprüchen an Ökologie, Design, Funktionalität und soziale Aspekte gerecht werden. Sie findet parallel zur internationalen Konsumgütermesse Tendence statt.

 

Mit dem Förderprogramm Talents bietet die Messe Frankfurt jungen Designern eine Plattform, um sich in einem professionellen und internationalen Umfeld zu präsentieren. Fachbesucher, Aussteller und Journalisten nutzen die Möglichkeit, frühzeitig mit kreativen Newcomern ins Gespräch zu kommen. „Die Talents leisten einen extrem wichtigen Kreativbeitrag im Kontext unserer internationalen Konsumgütermessen. Sie verändern die Perspektive und zeigen, was möglich ist,“ so Nicolette Naumann, Vice President Ambiente/Tendence.

 
Lampen aus Sägemehl
Die nachhaltige Nutzung von Ressourcen und das Erforschen von Materialen verbindet die Ecostyle-Talents auch in diesem Jahr. Das schwedische Designstudio Múk bestehend aus Patrick Iu und Mattias Chrisander fertigt beispielsweise Lampen aus dem Sägemehl einer nahegelegenen Holzwerkstatt. Durch die unterschiedliche Beschaffenheit des Holzabfalls ist jede Lampe einzigartig und unterschiedlich in ihrem Leuchtcharakter. Passenderweise bezieht sich der Name „Spån“ auf den schwedischen Begriff für Sägespäne.

 
Geschirr aus Bambusfasern
Laura Augustin und Paula Weise verarbeiten für ihr Geschirrset „Etagère+“ nachhaltige Bambusfasern. Die Besonderheit: Die Einzelteile – Schüssel, Teller und Becher – lassen sich durch einen Einrast-Mechanismus zu individuellen Etageren kombinieren. Damit haben die beiden Absolventen der Bauhaus-Universität Weimar ein wandelbares Set für unterschiedliche Anlässe kreiert.

 
Werkstoff Korkschrot
Strom sparen heißt die Devise bei Stephanie Hobmeiers Entwurf. Die Studentin des Studiengangs Produktdesign an der Kunsthochschule Kassel übersetzt das alte Prinzip des energielosen Fertiggarens in die heutige Zeit. Durch das Verfahren werden sowohl Zeit, Energie und Wasser gespart, als auch die Speisen schonend gegart. Als Werkstoff verwendet Hobmeier Korkschrot, ein Abfallprodukt der Korkenherstellung.

 
Verwendung von Glassplitt
Auch Ineke van der Werff aus den Niederlanden greift auf ein Abfallprodukt zurück. Mit ihrem Projekt „Single Glass“ experimentiert sie mit der Verwendung von Glassplitt in Glasuren. Glassplitt entsteht bei der Wiederaufbereitung von Altglas, eignet sich aber nicht für die Herstellung hochwertiger Glasprodukte. Mit den Glasuren verleiht die Absolventin der Hogeschool voor de Kunsten Utrecht ihrer Porzellanserie besondere Akzente.

 
Produkte aus Zuckerrohr
Ella Bulley lässt etwas eigenwilliges und unerwartetes entstehen. Die interdisziplinäre Designerin und Materialforscherin hat kürzlich ihren Masterstudiengang in Material Futures an der Central Saint Martins School of Art and Design abgeschlossen. Mit ihrem Projekt „Saccharum“ schafft sie Artefakte wie Schalen aber auch Accessoires wie Schal oder Decke aus Zuckerrohr.

 
Kalter Kaffee mal anders
Julian Lechner, der in Bozen und London Design studiert und für Stephen Burks und Werner Aisslinger gearbeitet hat, verfolgt ebenfalls einen innovativen Materialeinsatz. Mit seiner Rezeptur stellt er aus altem Kaffee neue Produkte her. Exemplarisch dafür sind seine leichten und haltbaren Kaffeetassen mit einer Anmutung an marmoriertes Holz. Als Alternative für Erdöl-basierte Rohstoffe bedient sich das Material „Kaffeeform“ der zunehmenden Ressource Kaffeeabfall.

 
Abfall vermeiden
Abfall zu vermeiden ist das Ziel von Felix Bahnes Spülset „today“. Alternativ zu Spülutensilien, häufig kurzlebige Wegwerfprodukte, entwickelte er eine Spülbürste mit austauschbaren Borsten. Sie besteht aus Reiswurzel, einem nachwachsenden, strapazierfähigen und biologisch abbaubaren Rohstoff. Der Schwamm aus Luffa ist ebenfalls ein rein pflanzliches Produkt, das auf dem Kompost oder in der Biotonne entsorgt werden kann.

 
Faltbarer Trinkbecher
Obwohl Trinkwasser in vielen Industrieländern aus dem Wasserhahn kommt, wird oft in Plastikflaschen abgefülltes Mineralwasser konsumiert, das deutlich energieintensiver hergstellt wird. Florian Giele und Max Kullmann möchten mit „Tap It!“ Energie sparen und Müll reduzieren. Die beiden Studenten der Bauhaus-Universität Weimar haben ein cleveres Helferlein entwickelt: Eine faltbare Karte ermöglicht es, Trinkbehälter auch bei vollen Spülen oder niedrigen Wasserhähnen mit Leitungswasser zu befüllen – und passt in jedes Portemonnaie.

 

Insgesamt präsentieren sich auf der Ecostyle und in den Bereichen „Carat“ und „Modern Crafts“ der Tendence 59 Talents aus 14 Ländern in Frankfurt.Die Tendence (29. August bis 1. September 2015) ist die internationalste und größte Orderplattform Deutschlands in der zweiten Jahreshälfte mit einem umfassenden Produktportfolio aus den Bereichen Wohnen, Einrichten und Dekorieren ebenso wie Geschenkartikel, Schmuck, und Fashionbedarf. Zum wichtigsten europäischen Messetermin im Herbst kamen im vergangenen Jahr 37 Prozent der Aussteller aus 51 Ländern. Topmarken und Keyplayer präsentieren auf der Neuheitenplattform ihre Weihnachtstrends und bieten damit dem nationalen und europäischen Fachhandel die Chance zur Nachorder für das Weihnachtsgeschäft. Gleichzeitig stellen sie die kommenden Frühjahrs- und Sommersaisons vor. Ebenfalls auf Fachbesucher ausgerichtet finden die Ecostyle, Fachmesse für nachhaltige Konsumgüter im europäischen Einzelhandel, und die Webchance Academy, Vortragsforum über erfolgreiches Werben und Verkaufen im Internet, zeitgleich mit der Tendence statt. Parallel zur Tendence 2015 ist außerdem auf dem Ostteil des Frankfurter Messegeländes die Eat & Lifestyle geplant, ein Food- und Lifestyle-Event, das sich an Endverbraucher richtet.