Neueste Meldungen

Partner

Haufe

2.06.2016

9. Neuromarketing Kongress 2016: Neue Welt in altem Hirn

2.06.2016

Die Vorträge des Kongresses kurz zusammengefasst

MÜNCHEN – „Die neue (Shopping-)Welt spielt sich in einem alten Gehirn ab.“ Mit diesen Worten eröffnete Dr. Hans-Georg Häusel den ausverkauften Kongress Ende April in der BMW-Welt. Eine Zusammenfassung der Vorträge.

Der Neuromarketing-Experte und Gründer der Gruppe Nymphenburg Hans-Georg Häusel erklärte den Teilnehmern, wie unser Denkorgan seit Jahrtausenden funktioniert, welchen Reizen das Gehirn in einem digitalen Zeitalter ausgesetzt ist und was das für das Marketing bedeutet.

Um Gehirne und Hormone ging es auch im Vortrag von Prof. Dr. Markus Heinrichs. Der mit zahlreichen internationalen Auszeichnungen dotierte Neurowissenschaftler der Universität Freiburg sprach über den Faktor Vertrauen, das Glückshormon Oxytocin und weshalb beides zusammen fürs Verkaufen so entscheidend ist.

Alles dreht sich um die Conversion
Egal wo, egal wie, der Handel will verkaufen. Sehr gut gelingt dies mit mobilen Geräten, sogenannten Multi-Touch Devices. Prof. Dr. Christian Hildebrand, Institute of Management der Universität Genf, konnte beweisen, wie sich mit der Anzahl der Nutzer auch die Konversionsraten mit diesen Geräten in den vergangenen Jahren kontinuierlich erhöht haben. Dank mobil-optimierter Websites agieren Verbraucher heute nach dem Prinzip „Mobile first“.

Storytelling und Digitalisierung heißen zwei aktuelle Buzzwords. Von manchen zunächst als Hype abgetan, ist inzwischen jedem Werbenden klar, dass diese Trends das Marketing nachhaltig verändern. Den positiven Effekt auf die Conversion Rate konnten bereits zahlreiche Studien belegen. Gleich mehrere Referenten widmeten sich beim Neuromarketing Kongress auf verschiedene Arten diesen Trends: Petra Sammer, COO des Agenturnetzwerks Ketchum, erläuterte beispielsweise, wie Werbung in Geschichten verpackt -  sogenanntes Storytelling – im Visual Web funktioniert.

Phil Winters, bekannt als „Father of Customer Intelligence“, der sowohl aus Marketing als auch aus Vertriebssicht argumentiert, zeigte auf, wie Unternehmen anhand von Daten die Bedürfnisse ihrer Kunden ermitteln können und sich daraus eine Touchpoint-Choreografie entwickeln lässt, die Kunden begeistert.


Lukas-Pierre Bessis
, kreativer Kopf der Agentur BBPA und ein kritischer Beobachter der Werbebranche, erklärte zusammenfassend die Bedeutung dieser Trends für das Marketing der Zukunft.  Aus dem bisherigen Vorgehen eines „Marketing to People“ muss seiner Überzeugung nach ein „Marketing for People“ werden.

Einen Blick in die Zukunft gewährte auch Prof. Dr. Patrick Baudisch den Teilnehmern: Der IT-Experte vom Hasso Plattner Institut beschäftigt sich in seiner wissenschaftlichen Arbeit mit dem 3-D-Druck. Er zeigte den Teilnehmern anhand zahlreicher Beispiele, was diese faszinierende Technik möglich macht (Bohrmaschine) und was nicht (Lebensmittel).

Ganz im Zeichen des E-Commerce stand der Vortrag von André Morys, Gründer des Beratungsunternehmens Web Arts. Er erklärte die Do’s und Don`ts anhand von Negativ- und Best-Practice-Beispielen, die den Teilnehmern für ihre eigene Arbeit als Vorbild dienen können.

Customer Experience at its best
Sein eigenes Best Practice stellte schließlich Florian Büttner vor. Zusammen mit seinem Geschäftspartner Ramin Goo hat er es geschafft, den Lebensmitteleinkauf zu revolutionieren. 2010 gründeten die Beiden das Start-up “Kochhaus“, das sich konsequent dem Thema Selber-Kochen widmet, seine Produkte nicht mehr nach Warengruppen, sondern Rezepten sortiert und damit ein einzigartiges Kundenerlebnis erschaffen hat, das die besonders kauffreudige Zielgruppe der urbanen Hedonisten anspricht.

Abschlussredner war der Internet-Experte Sascha Lobo. Der Spiegel-Online-Kolumnist schilderte anschaulich, was auf Wirtschaft und Gesellschaft zukommt, wenn die Digitalisierung in gleichem Tempo voranschreitet. So müssten sich Unternehmen schnellstmöglich damit auseinander setzen, dass kleine Start-ups in den Markt drängen und Technologien mitbringen, die selbst etablierte Unternehmen verdrängen können. Als Beispiel nannte er die Finanzbranche: So können Nutzer des Chat-Dienstes Snapchat mit Hilfe von Snapcash Überweisungen tätigen – schneller und deutlich unkomplizierter als klassische Banken dies ihren Kunden bislang ermöglichen. Schon in Kürze werde zudem eine Art „digitaler Layer“ über der Welt liegen, wir somit nicht mehr „ins Internet gehen“, sondern darin leben.

Petra Sammer, COO des Agenturnetzwerks Ketchum, sprach über das Buzzword Storytelling